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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau

26.10.2017

Auszug aus der „Allgemeinverfügung des Landratsamtes Göppingen zur Düngeverordnung“,Verschiebung der Sperrfrist Gülleausbringung auf Grünland

I.

Verschiebung des Verbotszeitraums auf Grünland

Auf der Grundlage des § 6 Absatz 10 Satz 1 DüV ordnet das Landratsamt Göppingen Folgendes an:

Für Grünland wird für den Landkreis Göppingender Verbotszeitraum für die Aufbringung von Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff (> 1,5% in der Trockenmasse), ausgenommen Festmist von Huftieren oder Klauentieren oder Komposte, auf den 15. November 2017 bis 14. Februar 2018 festgelegt.

In diesem Zeitraum ist es untersagt, vorgenannte Düngemittel auf Grünland auszubringen.

Auf Ackerfutterflächen und Grünland in Wasserschutz-Problemgebieten gilt weiterhin der in §6 Absatz 8 DüV vorgegebene Verbotszeitraum 1. November bis 31. Januar.

Unbeschadet dieser Änderung sind alle weiteren Vorgaben der Düngeverordnung zu beachten. Insbesondere dürfen stickstoff- oder phosphathaltige Düngemittel nicht aufgebracht werden, wenn die Böden nicht aufnahmefähig sind.

Auf die Bestimmungen der Schutzgebiets- und Ausgleichs-Verordnung (SchALVO) wird ausdrücklich hingewiesen.

 

II.

Auflagen

Die maximale Aufbringmenge beträgt 60 Kilogramm Gesamtstickstoff je Hektar.

Die Stickstoffgaben sind mit ihrem anrechenbaren Stickstoffanteil (Werte nach Anlage 3 der DüV, mindestens jedoch der verfügbare Stickstoff bzw. Ammoniumstickstoff) bei dem ermittelten N-Düngebedarf im Folgejahr in Ansatz zu bringen. Hierfür sind die ausgebrachten Düngermengen zu dokumentieren.

Die Aufbringung der oben genannten Düngemittel muss nach Art, Menge und Standort unbedingt so erfolgen, dass keine Abschwemmung in Gewässer möglich ist.

 

 

Vorsicht: Dies gilt nur für Gülle und Jauche auf Flächen im Landkreis Göppingen! Wenn Sie Flächen in benachbarten Landkreisen haben, informieren Sie sich beim zuständigen Landwirtschaftsamt, ob die Sperrfrist auch hier verschoben wird oder vom 1. November 2017- 31. Januar 2018 bestehen bleibt.



18.10.2017

  • Virosen im Getreide
  • Schnecken

Virosen im Getreide

Mit dem „Goldenen Oktober“ steigen die Temperaturen wieder und begünstigen den Flug von Blattläusen und Zikaden. Die Gefahr ist groß, dass diese Insekten Viren aus Ausfallgetreide, von Gräsern oder aus Maisbeständen auf die jungen Getreidekeimlinge übertragen. Erfreulicherweise ist der Befall in den Vorkulturen gering.

Blattläuse können im Herbst nur durch Spritzen bekämpft werden. Für diese Spritzungen gibt es noch keinen gesicherten Bekämpfungsschwellenwert.

Maßnahmen

Kontrollen sind ab dem 1-2-Blattstadium an sonnigen Tagen durchzuführen. Läuse sind am besten im Gegenlicht zu erkennen. Als praktikable Bekämpfungsrichtwerte für einen Insektizideinsatz gelten:

  • 10 % befallene Pflanzen bei Frühsaaten (September)
  • 20 % befallene Pflanzen bei Normalsaaten (Oktober)

Pauschale Insektizideinsätze, zum Beispiel in Kombination mit Herbiziden, sind bei einer Wirkungsdauer der Pyrethroide von 7 bis 10 Tagen nicht zielführend.

Zugelassen für die Behandlung im Herbst ab dem 2-Blattstadium des Getreides sind z. B. die bienenungefährlichen B4-Mittel Kaiso Sorbie, Hunter, Karate Zeon, Lambda WG und Mavrik.

Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie in BWagrar im Heft 39 (30. September 2017) auf den Seiten 16 und 17.

Schnecken

Kontrollieren Sie insbesondere in pfluglos bestellten Flächen nach der Aussaat ihre Bestände und legen Sie am besten Kontrollstellen mit Schneckenkorn an. Streuen Sie bei Befall mit Schneckenkorn ab.

 

11.10.2017

·       Unkrautbekämpfung in Wintergetreide

·       Fusarium im Weizen

·       Maiszünsler

Wintergerste

Die Unkrautbekämpfung mit Bodenherbiziden besonders gegen die Ungräser greift am besten, wenn sie während der Keimphase bzw. später nach dem Auflaufen durchgeführt werden. Die Unkräuter sollten das 2-Blatt-Stadium, das Klettenlabkraut das erste Quirl nicht überschritten haben. Für eine ausreichende Wirkung ist ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbeet und v. a. ausreichende Bodenfeuchte erforderlich. Für IPU-haltige Pflanzenschutzmittel endete die Aufbrauchfrist am 30.09.2017.

IPU-freie Mittel sind z. B.: Herold SC, Malibu-Pack oder Bacara Forte + Cadou SC (Cadou Forte Set).

Für pendimethalinhaltige Mittel (Addition, Malibu, Picona, Stomp Aqua, …) und prosulfocarbhaltige Mittel (Boxer) gelten neue Auflagen:

  • Wasseraufwandmenge von mindestens 300 l/ha
  • Abdriftminderungsklasse 90 % auf der gesamten zu behandelnden Fläche einhalten
  • Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/h
  • Windgeschwindigkeit max. 3 m/s

Bei diesen verschärften Auflagen sind die erhöhten gerätetechnischen Anforderungen zu beachten.

Die Schwäche der Bodenherbizide liegt bei der Gräserbekämpfung. Ab dem 3-Blatt-Stadium des Getreides ist eine Zumischung mit einem chlortoluronhaltigen Mittel wie z. B.: Carmina 640, Lentipur 700 oder Toluron 700 SC mit einem etwas reduzierten pendimethalinhaltigen Produkt wie z. B.: Addition, Picona, Stomp Aqua und andere zur Wirkungsverbesserung möglich.

Außerdem kann auch Herold SC (0,5 l/ha) in Mischung mit Chlortoluron eingesetzt werden. Chlortoluron darf, neben anderen Auflagen auf drainierten Flächen nicht angewendet werden.

Eventuell ist im Frühjahr eine Nachbehandlung mit einem Blattherbizid erforderlich. Sofern der Ackerfuchsschwanz schon aufgelaufen ist kann ab dem 3-Blatt-Stadium des Getreides z. B.: mit Axial 50 (reines Blattherbizid) behandelt werden. Der kleine Ackerfuchsschwanz muß getroffen werden (entsprechende Düsen verwenden).

 

Winterweizen, Triticale

Bei früher Aussaat auf Flächen mit stärkerer Verungrasung im Herbst und Winter und bei schwieriger Befahrbarkeit im Frühjahr wird im Herbst eine Behandlung empfohlen. Dabei kann wie bei der Wintergerste z. B.: Herold, (in Wintertriticale max. 0,5 l/ha) der Malibu-Pack oder Bacara Forte + Cadou SC (Cadou Forte Set) eingesetzt werden. Desweiteren ist z. B.: die Mischung aus Lexus + Stomp Aqua oder Lexus + Boxer möglich. Von den Bodenherbiziden haben Boxer und Picona günstige Abstandsauflagen und keinen Schutzstreifen bei einer Hangneigung > 2 %.

 

Keine Anwendung bei Frostgefahr!

 

Gewässerabstand und Hangneigung

Die Gebrauchsanleitung hinsichtlich Gewässerabstand und Hangneigung ist zu beachten!

 

Fusarium im Weizen

Durch Niederschläge während der Blüte haben sich in diesem Jahr beim Weizen Fusarien gebildet. Fusariumpilze leben und vermehren sich auf pflanzlichem Material. Dafür bietet Mais als Vorfrucht beste Voraussetzungen. Mulchen der Stoppelreste bzw. nach Körnermais des Strohs und sorgfältiges Pflügen wirken dem Befall entgegen. Sollte das Getreide pfluglos bestellt werden, ist neben dem Mulchen der Silomaisstoppeln ein gründliches Einmischen in den Boden wichtig. Je weniger Ernterückstände an der Oberfläche verbleiben, umso geringer ist die Ausbreitung der Fusarien im Frühjahr.

 

Maiszünsler

In diesem Jahr trat der Maiszünsler verstärkt auf (abgeknickte Fahnen, Bohrlöcher mit austretendem Bohrmehl). Eine Zerkleinerung der Maisstoppeln gegen Fusarium durch Mulchen zerstört auch den Maiszünsler, der sich zur Überwinterung dort zurückgezogen hat.

 

Winterrapseinkürzung

Die Rapsbestände sind z. T. recht weit entwickelt. Auf leichten Böden und gut abgesetztem Saatbeet befindet sich der Raps überwiegend im 5 – 7 Blatt-Stadium. In solchen Beständen sollte, sofern noch nicht geschehen, bevor die Pflanzen überwachsen, ein Wachstumsregler eingesetzt werden. Dafür stehen verschiedene Fungizide zur Verfügung; z. B. Caramba, Folicur, Orius, Tilmor oder Toprex. Für schon sehr weit entwickelte Pflanzen (7 – 8 Blätter) hat „Carax“ die stärkste Stoppwirkung. Die Aufwandmenge liegt je nach Entwicklung bei 0,5 bis 1,0 l/ha. Bei den zuvor aufgeführten Fungiziden richtet sich die Mittelmenge ebenfalls nach der Bestandesdichte und dem Entwicklungsstadium des Rapses. Mischungen innerhalb der Produkte sind möglich.

 

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