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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau

Ausgabe 2 / 05.10.2018
 

·       Unkrautbekämpfung in Wintergetreide

·       Einkürzung Winterraps

·       Gewässerabstand (Merkblatt LTZ)

·       Schnecken

·       Maiszünsler und Fusarium

 



Unkrautbekämpfung in Wintergetreide

Wintergerste

Wo noch nicht geschehen, sollte in der Wintergerste nun die Herbst-Herbizidanwendung erfolgen. Die Unkrautbekämpfung mit Bodenherbiziden besonders gegen die Ungräser greift am besten, wenn sie im Vorauflauf bis spätestens zum Sichtbarwerden der Fahrgassen ausgebracht wird. Die Unkräuter sollten das 1 bis 2-Blatt-Stadium, das Klettenlabkraut das erste Quirl nicht überschritten haben. Für eine zufriedenstellende Wirkung ist ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbeet und v. a. ausreichende Bodenfeuchte förderlich. Allerdings wurden in der Vergangenheit auch schon bei trockenen Bedingungen gute Erfolge erzielt. Hier empfiehlt es sich dann in den frühen Morgenstunden (Tau) oder später abends zu fahren. Lieber früh und bei etwas trockeneren Bedingungen fahren, als auf Bodenfeuchte zu warten und dann zu spät zu kommen. Bei beginnenden und fortgeschrittenen Resistenzen kann zu 0,6 l/ha Herold SC auch noch 2,0 – 3,0 l/ha Boxer (als Resistenzbrecher) zugemischt werden oder der neue Boxer Cadou SC Pack (2,5 l/ha Boxer + 0,5 l/ha Cadou SC) eingesetzt werden. Die Mischungen mit Boxer können zu verstärkten Blattaufhellungen der Gerste führen.

IPU steht dieses Jahr nicht mehr zur Verfügung.

IPU-freie Mittel sind z.B.: Herold SC, Malibu, Boxer Cadou SC Pack oder Bacara Forte + Cadou SC (Cadou Forte Set).

Für pendimethalinhaltige Mittel (Activus SC, Malibu, Picona, Stomp Aqua) und prosulfocarbhaltige Mittel (Boxer, Filon) gelten die bekannten Auflagen:

  • Wasseraufwandmenge von mindestens 300 l/ha
  • Abdriftminderungsklasse 90 % auf der gesamten zu behandelnden Fläche einhalten
  • Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/h
  • Windgeschwindigkeit max. 3 m/s

 

Ab dem 3-Blatt-Stadium kann das Bodenherbizid (ohne Boxer dann) auch mit z.B. 0,9 l/ha Axial 50 oder einem chlortholuronhaltigen Mittel aufgemischt werden. Beachten Sie hierbei die Auflagen für CTU-haltige Pflanzenschutzmittel.

Eventuell ist im zeitigen Frühjahr auch eine Nachbehandlung gegen Klette oder Ackerfuchsschwanz mit einem Blattherbizid erforderlich. Sofern der kleinste Ackerfuchsschwanz dann schon 2 Blätter hat und man davon ausgehen kann, dass nichts mehr nachkommt, kann z.B. mit Axial 50 (reines Blattherbizid) behandelt werden. Der kleine Ackerfuchsschwanz muss getroffen werden (entsprechende Düsen verwenden).

 

Eine Behandlung gegen Blattläuse und Zikaden als Virusvektoren ist erst ab dem

2 bis 3-Blatt-Stadium der Gerste sinnvoll, hier ist evtl. eine separate Überfahrt notwendig. Kontrollieren Sie daher Ihre Bestände regelmäßig.



 Winterweizen, Triticale

Bei früher Aussaat, was dieses Jahr öfters der Fall ist, wird im Herbst ebenso eine Herbizidbehandlung empfohlen. Dabei kann wie bei der Wintergerste z.B. Herold SC (in Wintertriticale nur max. 0,5 l/ha zugelassen!), der Boxer Cadou SC Pack oder Bacara Forte + Cadou SC (Cadou Forte Set) eingesetzt werden. Da die Zulassung für Lexus ruht, darf es nach aktuellem Stand nicht eingesetzt werden.



 Einkürzung Winterraps

Die Rapsbestände sind trotz der Trockenheit recht gut aufgelaufen und befinden sich überwiegend im 5 bis 7-Blatt-Stadium. In solchen Beständen sollte, sofern noch nicht geschehen, bevor die Pflanzen überwachsen, ein Wachstumsregler eingesetzt werden. Dafür stehen verschiedene Fungizide zur Verfügung, wie z.B. Caramba, Folicur, Orius (Zulassung erst ab 6-Blatt-Stadium!), Tilmor oder Toprex. Die Aufwandmenge liegt je nach Entwicklungsstadium und Mittel bei 0,5 bis 1,0 l/ha. Bei noch kleinen Beständen kann es auch Sinn machen eine Vorlage mit einer Teilmenge zu fahren und dann später bei Bedarf nochmal nachzukürzen. Mischungen innerhalb der Produkte sind möglich. Ebenso kann auch ein Mittel gegen Ungräser und Ausfallgetreide, wie z.B. Agil-S, zugesetzt werden. Eine Beimischung von Select + Öl ist bei bereits gestressten Beständen aus Sicht der Verträglichkeit etwas kritischer zu sehen. Achten Sie auch auf eine gute Bor-Versorgung, um den Bestand für den Winter zu stärken.



 Gewässerabstand und Hangneigung

Die Gebrauchsanleitung des jeweiligen Produktes hinsichtlich Gewässerabstand und Hangneigung ist in jedem Fall zu beachten!

 

Das LTZ hat das neue Merkblatt Nr. 36 „Gewässerrandstreifen in Baden Württemberg“ veröffentlicht. Sie finden dies unter www.ltz-bw.de - Service - Schriftenreihen - Merkblätter für die umweltgerechte Landbewirtschaftung



 Schnecken

Kontrollieren Sie insbesondere in pfluglos bestellten Flächen nach der Aussaat ihre Bestände und legen Sie am besten Kontrollstellen mit Schneckenkorn an. Streuen Sie bei Befall mit Schneckenkorn ab.



 Maiszünsler und Fusarium

In diesem Jahr trat der Maiszünsler verstärkt auf (abgeknickte Fahnen, Bohrlöcher mit austretendem Bohrmehl). Eine Zerkleinerung der Maisstoppeln durch Mulchen zerstört den Maiszünsler, der sich zur Überwinterung dort zurückgezogen hat und verringert auch die Ausbreitung von Fusarium im Frühjahr.

 


Thomas Kielmann

Pflanzenproduktionsberater


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